Retail in der Krise

Das Kaufverhalten der Konsumenten hat sich in der letzten Dekade drastisch verändert. Gerade die Retailbranche ist massiv betroffen. Sogar so sehr, dass die Restrukturierungsszene einen neuen rechtlichen Rahmen für außerinsolvenzliche Sanierungsverfahren fordert.

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Die Sorgenkinder

Zur Zeit erleben wir eine gefährliche Mischung aus politischer Unruhe, erste Boten vor einer potentiell bevorstehenden und weiteren Finanzkrise, gepaart mit rasantem technologischen Disruptionen. Es gibt einige Branchen die schon heute betroffen sind. Waren es vor einigen Jahren noch die Schiffs- und Windenergieplayer (obgleich aus anderen Gründen), trifft es heute Automobilzulieferer und vor allem den stationären Retail.

Retail [riːteɪl] ist ein englischer Begriff für Einzelhandel, der vom altfranzösischen retaille „abgeschnittenes Teilstück“ und tailler „schneiden“ abstammt. Der springende Punkt ist jedoch, dass es Geschäft bezeichnet, bei der der typische Kunde der Normalbürger als Endverbraucher ist.

Die Treiber hinter dem Wandel

Zu erklären, warum die Branche Schwierigkeiten hat, ist recht einfach. Der Anteil der Bevölkerung, die Einzelhandelsware mehrheitlich online ersteht wächst und wächst.

Tatsächlich vertreiben wir Deutschen uns online mit nichts lieber – oder zumindest mit nichts häufiger – die Zeit als Informationen über Waren und Dienstleistungen zu suchen.

Der Endverbraucher profitiert ungemein: keine lästigen Öffnungszeiten, schnell, einfach und dank der fast unergründlichen Transparenz und dem resultierenden Cost-Leadership-Strategien der Anbieter auch zunehmend günstiger.


Infografik: Das machen die Deutschen im Netz | Statista


Der Retail-Teufelskreis

Selbst Waren die vermeidlich einem physischen Test vor dem Erwerb unterzogen werden sollten, werden ohne Probleme und dank Umtauschgarantie online erstanden.

Mode ist vielleicht das beste Beispiel. Sogar Unternehmen wie H&M leiden zunehmend . Obgleich der Mode-Riese im Onlinegeschäft bereits gut unterwegs ist, ist die Vereinbarkeit der beiden grundlegend verschiedenen Geschäftsmodelle – online vs. stationär - alles andere als einfach.


Infografik: Wo die Deutschen online Kleidung kaufen | Statista


Die Auswirkungen spüren wir alle. Leer stehende Ladenflächen sind kein Einzelfall. Tatsächlich ist das Problem schon so weit vorangeschritten, dass selbst die Fifth Avenue, einst gesäumt von einem Flagship Store neben dem nächsten, von Leerständen geplagt ist.

Und hier haben wir den Teufelskreis. Einer der häufigsten Gründe für den Onlinekauf von Einzelhandelsware ist die fehlende Verfügbarkeit vor Ort.

Experten fordern Gesetzesänderung

The customer is king. Daran führt leider auch in der Retailbranche kein Weg dran vorbei. Zwar finden erste Gegenbewegungen statt und vereinzelt wehren sich Kunden mittels gezielten Käufen bei stationären Anbietern gegen den Trend, doch scheint der Letztere nicht aufzuhalten sein.


Infografik: Warum die Deutschen online shoppen | Statista


So verwundert es nicht, das Unternehmen wie AlixPartners in Studien zeigen können, dass Experten vor allem durchgreifende Sanierungen fordern. Dabei jedoch auch antizipieren, dass der strukturelle Wandel ohne eine Insolvenzwelle nicht auskommen wird.

Die in der Studie durch AlixPartners befragten Experten gehen gar so weit, dass mehrheitlich ein Rahmen für außerinsolvenzliche Sanierungsverfahren gefordert werden, damit die Restrukturierungen außerhalb des insolvenzrechtlichen Rahmen laufen können.

Wenn Sie uns fragen, ist das einer der stärksten Indikatoren für akuten Handlungsbedarf den wir seit langem gesehen haben.

Falcon kann helfen!

Es bleibt der Branche nicht viel mehr übrig als sich grundlegend zu verändern. Und exakt diese Transformationsprozess begleiten wir mit Falcon (übrigens auch in der besagten Branche). Wenn Sie betroffen sind und Interesse haben, melden Sie sich gerne bei uns!