Degrees of Implementation und agile Methoden

Eine Härtegrad-Systematik - auch als Degrees of Implementation oder DOI bekannt - kann das Controlling der einzelnen Maßnahmen erleichtern und Aufschluss geben, in welcher Phase sich die einzelnen Bestandteile eines Projektes befinden. Hier gibt es Tipps und Tricks zur Wahl einer Härtegrad-Systematik. Außerdem erklären wir, warum bei der Software-Entwicklung von Nordantechs Produkten agile Projektmanagement-Methoden zum Einsatz kommen - und keine Härtegrade.

Von Phase 1 bis 4: Die DOIs

Nun also ein kleiner Exkurs zu DOIs (Härtegraden): Wer möchte, kann seine Maßnahmen im Rahmen des Prozesses auch in sogenannten Degrees of Implementations oder Härtegraden organisieren. Das sind Phasen, die alle Maßnahmen durchlaufen. Ziel dieser Einordnung ist es, ein einfaches Umsetzungscontrolling zu gewährleisten und den Projektfortschritt sowie den noch ausstehenden Forstschritt überschaubar zu machen.

Gängig sind die Phasen:

  1. Idee
  2. Identifikation
  3. Validierung
  4. Planung
  5. Durchführung
  6. Realisierung

Maßnahmen werden in der Ideenphase vorgeschlagen und während der Identifikation grob geplant und quantifiziert. Es folgt eine Validierung zum Beispiel durch das Controlling oder den Projektverantwortlichen. Nun folgen die Feinplanung und die Freigabe, sowie anschließend die eigentliche Durchführung. Am Ende steht die Realisierung, bei der festgestellt wird, was das ganze nun bringt oder gebracht hat.

In aller Regel sind DOI 1 und 2 - gerade bei Bottom-Up-Maßnahmen (mehr dazu hier) - völlig frei. Es sind Vorschlagsphasen bei denen noch nichts in Stein gemeisselt. Man kann und sollte recht grob vorgehen. Ist im Rahmen von DOI 3 - der Validierung - wird entschieden, ob die Maßnahme auch das Licht der Umsetzungsphase erblicken soll. Wem dem so ist, folgt in DOI 4 die detaillierte Planung und dann endlich die Umsetzung (DOI 5). In dieser Phase sind die Maßnahmen meist am längsten. Sind alle Aktivitäten abgeschlossen und alle Effekte eingefahren, dann gilt die Maßnahme als realsiert.

Wichtig ist: Nicht mit zehn verschiedenen Managementhandbüchern auf das Projekt werfen. Je schlanker und effizienter die Managementmethode, desto effektiver das Projekt.

Denn der aufmerksame Leser fragt sich jetzt vielleicht, oder auch schon vorher, wer diesen ganzen Prozess koordinieren soll. Meistens gibt es Projektleiter - der hat eine harte Aufgabe. Manchmal macht es aber auch Sinn ein PMO, das ist kurz für Project Management Office, einzurichten. Das PMO ist quasi eine Stabstelle, die dem Projektfortschritt auf den Fersen ist und Informationen zentral zusammenführt, verarbeitet und auch verbreitet. Dazu später in einem separaten Post mehr.

Und jetzt doch ein wenig was zu Scrum/Agile…

Nun haben wir uns einen Überblick verschafft, wie Projektmanagement mit DOIs so ganz grob funktioniert. Wir gehen hier jedoch die ganze Zeit vom sogenannten klassischen Projektmanagement aus. Der ganze Sermon von Zielsetzung, Planung, Durchführung und Debriefing in einem langen Prozess. An mancherlei Stelle bringen aber auch modernere Methoden mehr Sinn. Ja, richtig, wir meinen Scrum, Agile und andere agile Methoden. Diese Methoden kommen aus der kurzlebigeren Software- und Produktentwicklung. Prämisse ist, dass die Projektumgebung so volatil und schnelllebig ist, dass ein langer Plan über Monate oder Jahre hinweg quasi unmöglich ist oder eben wenig Sinn ergibt. Wichtiger ist ein langfristiges Ziel, dessen Erreichung in regelmäßigen und sehr kurzen Sprints neu geplant und direkt durchgeführt wird.

Wir bei Nordantech machen das auch so. Unser Ziel ist es, Produkte wie Falcon so gut wie möglich zu machen - absolut immer state of the art und dann noch ein bisschen besser. Dieses Ziel können wir nicht in einem 3-Jahres-Plan mit Teilschritten erreichen. In unserer Welt verändern sich das Techstack und die Anforderungen so schnell und so gravierend, dass eine Fahrt auf Sicht notwendig ist - aber eben eine mit Richtung und Ziel. Daher organisieren wir unsere Entwicklung agil in wöchentlichen Sprints. Das sind eine Art von Miniprojekten mit allen beschriebenen Phasen. Wichtig ist dabei, dass die Umsetzung sofort stattfindet und zeitlich deutlich stärker begrenzt ist. Am Ende jeder Woche checken wir, was geklappt und was nicht. Sind wir noch auf Kurs? Das ist unsere alleinige Aufgabe und Mission.

Doch die strenge Trennung zwischen dem linearen, klassischen Projektmanagement und den agilen Methoden wird zunehmend verwischt. Agile Methoden finden immer mehr Einzug auch in das herkömmliche Projektmanagement und das aus gutem Grund. Denn als Hybridform sind sie gut geeignet, um dem "Projektversanden" einen Riegel vorzuschieben. Mit diesen hybriden Formen beschäftigen wir uns in einigen Posts en detail und an späterer Stelle!

Im letzten Teil unserer Serie zum Einstieg ins Projektmanagement finden Sie eine Checkliste, die alle hier aufgeworfenen Fragen sowie Tipps sammelt. Sie erleichtert Ihnen den Einstieg in ein neues Projekt und dient als Leitfaden für Ihre ersten Planungsschritte.