Effekte der Transformation planen und messen

Das Credo What get's measured get's done kennt jeder. Doch oft ist es mit der Messung gar nicht so einfach. Denn tatsächlich gehört das Planen und Messen von Maßnahmeneffekten zu den Königsdisziplinen der Unternehmenstransformation. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diesem komplexen Problem Einhalt gebieten können!


What Can Be Done Can Be Measured?

Als Einstieg nehmen wir heute ein einfaches Beispiel: Sie sind Automobilzulieferer und stellen Zylinderköpfe her. Sie haben im Gefühl, dass der Materialaufwand unnötig hoch ist. Sie finden heraus, dass die Fehlerquote der Produktion gestiegen ist. Die alten Maschinen laufen nicht mehr rund. Schnell ist klar, dass der Maschinenpark ein Update bedarf. Gesagt getan.

Der Maßnahmeneffekt lässt sich relativ einfach berechnen und auch tracken: Effekt = Fehlerreduktion x Materialwert – Investition . Vielleicht ist hier und da noch ein anderer Effekt vorhanden (Stillstand, Personalschulung etc.) – aber im Großen und Ganzen fahren Sie mit der beschriebenen Effektbestimmung sicherlich nicht schlecht. Was soll daran so schwierig sein?

Das Problem mit Ursache und Wirkung...

Das es doch manchmal nicht so leicht ist wird klar, wenn wir uns z. B. einer Umsatzsteigerungsmaßnahme widmen. Sie konstruieren einen neuen Absatzkanal, vielleicht dazu eine Marketingkampagne und eine Rabattaktion. Siehe da, der Umsatz steigt. Aber… liegt das an Ihren Maßnahmen? Oder hat der Markt einfach angezogen? Vielleicht beides zusammen?

Das Problem mit der Zeit....

Und selbst wenn Sie den Einfluss gut messen können, leider liegen die Umsetzung der Maßnahmen (z.B. eine neuen Marketing-Kampagne) und der Eintritt des messbaren Effektes zeitlich gesehen häufig weit auseinander. Dann wird es umso schwieriger Ursache und Wirkung überhaupt gegenüber zu stellen.



Ergebnisse einer Umfrage unter Transformationsberatern

Wir haben die Cremé de la Cremé der Unternehmensberater um Ihre Einschätzung gebeten. Die Teilnehmer kennen ihre Pappenheimer und können aus langjähriger Erfahrung berichten, welche Maßnahmen sich einfach messen lassen und schnell zum gewünschten Effekt führen. Was Sie sehen ist die durchschnittliche Einschätzung der Teilnehmer. Maßnahmen die in der Matrix oben rechts zu finden sind, sind die Schwierigen. Sie sind schwer messbar und der Eintritt des gewünschten Effektes kommt erst lange nach der Umsetzung der Maßnahme. Nicht alle Teilnehmer sind sich ganz einig. Wenn Sie die Grafik anklicken, zeigen wir Ihnen die Verteilung der Antworten.


Also... Kopf in den Sand und nicht messen?

Sie sehen was wir meinen. Effekte planen und messen kann sehr schnell sehr schwierig werden. Mannigfaltige Abhängigkeiten zwischen den Maßnahmen und Effekten selbst lassen eine genaue Zuordnung von Ursache und Wirkung oft nicht zu. Auch wenn es möglich ist, (über)kompensiert der entstehende Aufwand der Messung manchmal den Effekt. Das kann z. B. passieren, wenn Sie für die Messung der Effekte neue Instrumentarien und/oder Prozesse entwickeln müssen. Doch sind die Probleme beherrschbar! Was kann also getan werden?

Effektetreiber sind das Stichwort!

Anstatt sich wochenlang damit zu beschäftigen, welche Messgröße die gewünschten Effekte doch vielleicht abbildet, hilft es, sich ein Effektetreiberkonstrukt zu erstellen.



Bleiben wir gedanklich bei unserer Umsatzmaßnahme des Zylinderkopfherstellers. Ein Effektetreiberkonstrukt besteht zunächst und auf oberster Ebene aus dem unmittelbaren Ziel. Oft ist dieses messbar – in diesem Beispiel Gesamtumsatz. Denn am Ende geht es darum, den Umsatz zu steigern und wir sollten ihn daher gut im Auge behalten.

Danach versuchen wir Messgrößen zu identifizieren, die unmittelbar mit der Umsetzung der Maßnahme zu tun haben und mittelbar mit unserer Zielgröße. Bei einer Umsatzmaßnahme könnte das z. B. der Anteil von Neukunden oder der Umsatz mit neuen Produkten sein. Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Maßnahme im besten Fall diese Kenngrößen unmittelbar beeinflusst oder zumindest beeinflussen kann.

Im letzten Schritt nehmen wir Kenngrößen auf, die nachweislich zur Verfälschung des Ergebnisses beitragen können. Also Kenngrößen die den Fall „unser Umsatz steigt, aber es liegt nicht an der Kampagne allein“ miterklären können. Das könnte in unserem Fall z. B. der allgemeine Umsatzentwicklungstrend sein oder auch Branchenindizes. Auch Relationen der Zielgröße zu vielleicht erklärenden Messgrößen sind hier meist sehr sinnig. Diese Messgrößen geben Ihnen ein Gefühl dafür, ob Ihre Maßnahme greift.

Fazit

Die Entwicklung eines Effektetreiberkonstrukts ist oft alles andere als trivial. Dennoch sollten Sie den Kopf nicht in den Sand stecken. Schon der Versuch der Messung kann zum Maßnahmenerfolg beitragen. Denn wer ein gutes Effektetreiberkonstrukt erstellt, hat die Maßnahme auch gut verstanden und kennt Schwächen und Stärken.

Auch bei diesem Thema haben wir versucht Falcon so gut wie möglich für die Schwierigkeiten der Effektemessung zu wappnen. Dazu gehört einerseits, dass Sie maßnahmenspezifisch Ziele festlegen können und andererseits, dass Sie die Effektestruktur nach Belieben und im laufenden Betrieb anpassen können. Das machen viele unserer Kunde sogar sehr häufig. Probieren Sie es doch auch mal aus! Wie helfen Ihnen gerne.